Abstrakte Malerei – Loslassen und neu erzählen

AUSSTELLUNG

19.01.2026 bis 20.02.2026

HASPA | Rahlstedter Bahnhofsstraße 31 | 22143 Hamburg
Mo, Mi, Fr 9:30–18 Uhr | Di, Do 9:30–18 Uhr

Über mich

Loslassen und neu erzählen – Ich bin Brigitte Seidler.

Mein künstlerischer Weg begann vor rund fünfzig Jahren mit der Federzeichnung – zu einer Zeit, in der ich beruflich in der Konstruktionsbranche tätig war. Präzision, Struktur und klare Linien prägten damals nicht nur meine Arbeit, sondern auch meinen Blick auf die Welt.

Meine Wege führten mich später in andere Richtungen: in die Immobilienbranche – und wie so oft kam auch das Leben selbst dazwischen. Die Kunst trat in den Hintergrund. Erst vor etwa zehn Jahren fand ich langsam wieder zurück zur Malerei.

Ein entscheidender Wendepunkt kam 2022 durch eine gesundheitliche Erfahrung. In dieser Zeit wurde mir bewusst, wie wichtig ein stressfreies Leben und ein seelischer Ausdruck für mich sind. Die Kunst wurde zu meinem Ruhepol – zu einem Raum, in dem Gefühle sichtbar werden dürfen.

Aus der konkreten Malerei kommend, befinde ich mich heute in einem bewussten Übergang. Ich lasse Strukturen los und gleite zunehmend in eine abstrakte Bildsprache. Mich zieht es an, Gefühle auf das Papier zu bringen und dem Entstehen eines Bildes Raum zu geben, ohne alles vorab festzulegen.

Der Malprozess selbst ist für mich eine Erzählung – eine Geschichte, die sich Schicht für Schicht entfaltet. Jedes Bild ist ein Stück dieses Weges des Loslassens.
Ich lade dich ein, meine Arbeiten zu entdecken und mich ein Stück auf dieser Reise zu begleiten.

Was Malen mir bedeutet

Malen lässt mich den Alltag loslassen und ganz im Moment ankommen. Während des Malprozesses wird es still um mich herum – Zeit verliert an Bedeutung. Das Malen ist für mich ein Ruhepol, ein Raum, in dem ich bei mir selbst sein kann.

Ich begebe mich in einen inneren Dialog: mit meinen Gefühlen, meiner aktuellen Stimmung, den Farben und dem Material. Ohne Worte entsteht eine Geschichte, die sich Schritt für Schritt auf der Leinwand entfaltet. Dabei lasse ich Kontrolle los und vertraue dem Prozess, bis sich innere und äußere Stimmigkeit einstellen.

Malen ermöglicht mir, mich immer wieder neu zu entdecken. Ich lasse zu, was sichtbar werden möchte, und bin oft selbst überrascht von dem, was entsteht. Dieses bewusste Loslassen und das Erzählen durch Farben machen den Malprozess für mich lebendig – und immer wieder aufs Neue spannend.

Meine Malerei

In meiner Malerei arbeite ich vorrangig mit Acrylfarben auf Leinwand. Der offene Charakter dieses Mediums entspricht meiner intuitiven Arbeitsweise. Meine Bilder entstehen nicht aus einer festen Vorlage, sondern entwickeln sich Schritt für Schritt aus dem Prozess heraus.

Ich experimentiere gerne mit Mischtechniken, Strukturen und unterschiedlichen Materialien, auch aus der Natur. Dabei gehe ich spielerisch vor und lasse bewusst Unperfektes sichtbar. Die haptische Qualität der Oberfläche und die Verbundenheit zur Natur sind wichtige Bestandteile meiner Arbeiten.

Meine künstlerische Arbeit ist geprägt von einem vertieften Verständnis für innere Prozesse und deren Ausdruck über Farbe, Form und Material. Das bewusste Wahrnehmen, Zulassen und Begleiten dessen, was sich im Malen zeigt, spielt dabei eine zentrale Rolle.

Der Malprozess ist für mich ein dialogischer Weg – ein planvolles Gehen im Tun, ohne das Ergebnis von Anfang an festzulegen. Ein Bild ist dann vollendet, wenn es sich stimmig anfühlt und nichts mehr hinzugefügt werden möchte.

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Inspiration

Meine Inspiration finde ich vor allem in der Natur. Sie ist für mich eine Kraftquelle – ein Ort der Weite, des Lichts und der inneren Ruhe. Besonders das Wasser zieht mich an: die Elbe und die Alster in Hamburg ebenso wie die Ost- und Nordsee. Das stetige Kommen und Gehen der Wellen, die offenen Horizonte und die wechselnden Lichtstimmungen wirken beruhigend und zugleich klärend.

In der Natur kann ich loslassen. Gedanken treten in den Hintergrund, der Blick öffnet sich, und ich komme zur Ruhe – in einen Zustand, den ich als mein ganz persönliches Zen erlebe. Nicht das konkrete Motiv steht dabei im Vordergrund, sondern das Gefühl, das entsteht: die Stimmung, die Weite, das Licht.

Diese Eindrücke wirken in mir nach und finden ihren Weg in meine Bilder. Es sind keine Abbildungen dessen, was ich sehe, sondern Übersetzungen dessen, was ich empfinde. Natur wird für mich so zu einem stillen Dialog – zwischen außen und innen, zwischen Wahrnehmung und Ausdruck